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Farmville und andere “Free to Play” Spiele

farmvilleSogenannte “Free to Play” Games, also Spiele die man kostenlos spielen kann erfreuen sich im Internet wachsender beliebtheit.

Allerdings ist Vorsicht geboten, denn ganz kostenlos sind diese Spiele auch nicht.

Die Hersteller finanzieren sich über virtuelle Produkte die im Spiel gegen echtes Geld erworben werden können. Wie gut das funktioniert sieht man daran, dass für es für etliche Spiele mittlerweile Fernsehwerbung gibt wie z.B. aktuell für “Seafight”, “Dark Orbit”, “My free Farm” oder “Skyrama”.

Wenn Sie sich an einige Grundregeln halten, können Sie sich und Ihre Kinder aber problemlos um die Kostenfallen herum manövrieren. Ich zeigen Ihnen wie.

Was ist Farmville?

Zunächst möchte ich anhand eines Beispiels das System der “Free to Play” Spiele erläutern. Dazu nehme ich einmal einen der beliebtesten Titel aus dem Sozialen Netzwerk Facebook heraus: Farmville.

Das Prinzip von Farmville kann man in einem Satz zusammenfassen: “Ich baue mir einen Bauernhof”. Ein Spielprinzip, so banal es klingt, dass die breite Masse begeistert. Zu 100% für Kinder geeignet, spricht gleichwohl Mädels und Jungs an, ist schnell zu erlernen und man kann mit seinem Bauernhof angeben.

 

Sähen, Ernten, Tiere pflegen

Zu Beginn bekommt man ein Stück Land, auf dem man mehrere Felder anlegen kann. Auf den Feldern kann man, wie sollte es auch anders sein, etwas anpflanzen. Hier lauern schon die ersten Kosten, denn manche Pflanzensamen kosten echtes Geld. Das sind natürlich die, die am interessantesten sind oder die meisten Erfahrungspunkte geben.

Erfahrungspunkte? Aha! Für ein Spiel braucht es an Motivation und die meisten Games motivieren ihren Spieler durch das Vorankommen. In den “Free to Play” spielen hat es sich eingebürgert, dass man schneller vorankommt, wenn man bezahlt.

Hier verbirgt sich die größte Gefahr für Ihre Kinder, aber dazu später mehr.

Wenn man sein Saatgut auf den Feldern ausgebracht hat dauert es eine gewisse Zeit, bis die Pflanzen reif sind. Das können 30 Minuten oder auch zwei Tage sein, je nach Sorte. Doch ist Vorsicht geboten, läßt man die reifen Pflanzen zu lange stehen, dann verdorren sie.

Jetzt hat man drei Möglichkeiten:

Entweder man läßt sie kostenlos entsorgen und verliert die Erfahrungspunkte,

man “bettelt” seine Freunde um Hilfe an


oder man bezahlt echtes Geld um die Ernte zu retten.

 

Gebäude bauen

Natürlich braucht ein Bauernhof neben Feldern auch Ställe und eine Scheune. Die kann man aber nicht einfach so bauen, man braucht die nötigen Materialien, wie Steine, Nägel und Holzbalken dafür. Da ranzukommen ist nicht so einfach, denn die Teile bekommt man entweder durch “betteln” bei seinen Facebook Freunden oder, Sie ahnen es bestimmt schon, man bezahlt mit echtem Geld dafür.

Das “Betteln” ist in vielen Spielen in Sozialen Netzwerken ein zentrales Marketing-Element. Man versucht den Spieler dazu zu bringen seine Freunde auch von dem Spiel zu begeistern. Wer mehr virtuelle Nachbarn hat, bekommt auch mehr Baumaterial geschenkt und die Hersteller der Spiele bekommen so mehr Kundschaft.

 

Sonderaktionen

Immer wieder werden die Spieler auch mit besonderen Aktionen beglückt. Da kann man zum Beispiel an Weihnachten einen Christbaum aufstellen und seine Freunde um Christbaumschmuck anbetteln. Oder man kann den Schmuck für echtes Geld kaufen.

Ich glaube Sie erkennen langsam ein System dahinter, oder?

Die Kostenfalle

Kurz und knapp zusammengefasst kann man also sagen, dass hier die “coolen” Sachen immer echtes Geld kosten und man bei manchen Gegenständen entweder seine Freunde anbetteln muss und damit (un)freiwillig Werbung für das Spiel macht oder eben in den Geldbeutel greift. Die meisten Spiele bauen dabei auf den Wettbewerb zwischen den Spielern, sprich wenn einer etwas hat, dann brauchen es die anderen auch oder man braucht eine bestimmte Erfahrungsstufe um mit den anderen weiter mitspielen zu können. Das kann entweder durch hohen Zeitaufwand erreicht werden oder eben, wie gesagt, durch kontinuirliches kaufen neuer Gegenstände.

Hier möchte ich eine kleine Geschichte aus eigener Erfahrung anbringen. Wir saßen mit Bekannten gemütlich bei uns in der Wohnung zusammen und unterhielten uns. Plötzlich blickte einer panisch auf seine Uhr und fragte mich:”Darf ich mal kurz an deinen Rechner? Ich muss meine Fische füttern.”

Es geht hier um ein anderes Spiel des Herstellers von Farmville. Füttert man seine Fische nicht rechtzeitig, dann sterben sie und man kann sie gegen Geld wiederbeleben. Erschrekend ist die Abhängigkeit die dadurch entsteht.

Wie soll ich damit umgehen?

Mein Vorschlag dazu ist, setzen Sie sich mit Ihrem Kind an den Rechner und lassen Sie sich das Spiel erst einmal zeigen und erklären. Dann können Sie sich selbst schonmal ein Bild davon machen, womit Sie es zu tun haben. Investieren Sie ruhig ein paar Stunden und spielen das Spiel gemeinsam.

Wenn Ihre Kinder ihr Taschengeld in diesen Spielen ausgeben wollen, dann machen Sie ihnen klar, dass es nur virtuelle Dinge sind und fragen Sie sie ruhig, ob sie von dem Geld nicht lieber etwas real greifbares Kaufen wollen.

Versuchen Sie Ihren Kindern vielleicht auch nahe zu bringen, dass die Dinge, die man sich selbst erarbeitet viel mehr Spaß und Freude bringen, als die, die man sich einfach so kauft.

 

 

  1. 16. November 2012, 10:47 | #1

    Hi Niko,

    schönes Spiel. Werde es demnächst bei uns auch noch einbinden. Leider wie du erwähnst, auch wieder teils kostenpflichtig :(

  1. 12. Oktober 2012, 10:31 | #1