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Illegale Musikdownloads – Haftung und Aufklärung

TauschbörseAm 15.11.2012 hat der Bundesgerichtshof beschlossen, dass Eltern nicht für den illegalen Musiktausch ihrer Kinder haften.(Hier der Artikel dazu in der Süddeutschen-Zeitung)

Zumindest dann nicht, wenn ein Aufklärungsgespräch stattgefunden hat.

Sie müssen also den Rechner Ihres Kindes nicht ständig überwachen und Sie müssen auch kein Experte dafür werden, welche Programme benutzt werden um an den Tauschbörsen teilzunehmen. Wie aber kann so ein Aufklärungsgespräch aussehen?

Zunächst ein paar Worte zur Funktionsweise dieser Tauschbörsen.

Es existieren mehrere Netzwerke auf denen reger Tausch von Musik und Software jeglicher Art betrieben wird. In diversen Homepages werden links zu den Dateien veröffentlicht, die Heruntergeladen werden können. Mit Hilfe der Tauschbörsen Software wird dann eine Verbindung zu anderen Rechnern hergestellt auf denen die gesuchte Datei (MP3 oder ähnliches) im Ganzen oder in Teilen liegt. Mit dem Starten des Programms wird aber auch der eigene Rechner ein Teil dieses Netzwerks und stellt die heruntergeladenen Dateien sofort anderen Benutzern zur Verfügung. Auch wenn die Datei noch nicht vollständig heruntergeladen wurde.

Die Inhaber der jeweiligen Urheberrechte konzentrieren sich vor allem auf diejenigen, die ihre Werke bereitstellen und das sind nunmal die Tauschbörsennutzer. Ganz automatisch. Mithilfe speziell entwickelter Software werden die Tauschbörsen durchforstet und die einzelnen Nutzer ausfindig gemacht, auf deren Rechner sich (im Freigabeordner der Tauschbörse) eine urheberrechtlich geschützte Datei befindet. Diese wird dann heruntergeladen, quasi als Beweisstück und die Anschrift des Nutzers wird über den Internetdienstanbieter ausfindig gemacht. Und schon ist die Abmahnung unterwegs.

Der BGH teilt in seiner Entscheidung mit, dass Kinder im alter 13 Jahren nur darüber Informiert werden müssen, was im Internet erlaubt ist und was nicht. Allerdings könnten Sie in die Lage kommen vor Gericht nachweisen zu müssen, dass so eine Belehrung stattgefunden hat. Wie das nachzuweisen ist, steht da aber nirgends zu lesen. Ich kann hierzu auch keine Beratung geben, tut mir leid.

Wenn Sie trotzdem auf Nummer Sicher gehen wollen, kommen Sie wohl nicht daran vorbei die ein oder andere Kindersicherung auf dem PC Ihrer Kinder zu installieren. Achten Sie aber darauf, das der PC vor der Installation “sauber” ist. Wenn die Kindersicherung richtig eingerichtet ist, können die Tauschbörsenprogramme erst gar nicht installiert werden.


 

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