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Soziale Netzwerke und ihre Gefahren

soziale Netze und ihre Gefahren

Foto: West McGowan

Was passiert da? Was ist das überhaupt?

Die beiden größten und bekanntesten Sozialen Netzwerke sind derzeit Facebook und Google+. Der Sinn hinter diesen Internetseiten ist ganz einfach: man erzählt der ganzen Welt, insbesondere seinen Bekannten, was man grade tut. Also zum Beispiel: „Ich hüpf jetzt unter die Dusche, mich hat’s grad voll Abgeregnet“.

Eine Information auf die die Welt gewartet hat, oder? Trotzdem werden solche Meldungen täglich Millionenfach ins Netz gestellt und gelesen. Ich möchte im Folgenden einen kurzen Überblick geben, was sonst noch so in diesen Sozialen Netzwerken passiert und worauf Sie Acht geben sollten.

Facebook Privatsphäre einstellen

Der wichtigste Punkt, den man gleich nach der Anmeldung in Facebook machen sollte, ist die Einstellung der Privatsphäre, also „Wer darf was von mir sehen/lesen“. Es soll ja nicht gleich jeder Ihre Fotos bzw. die Fotos Ihrer Kinder sehen. Genauso sollte man sich überlegen wer die Status-Updates lesen darf.

 

Ich habe erst kürzlich einen Fall mitbekommen, wo ein Schüler einen Verweis bekam weil er etwas in Facebook geschrieben hat, was seiner Lehrerin nicht gepasst hat. Man sollte also aufpassen, wessen Freundschaftsanfrage man annimmt und was man die betreffende Person lesen lassen soll.

Wie das Beispiel zeigt, sollte man tunlichst seine Freunde in Listen organisieren. Helfen Sie Ihren Kindern dabei und fragen Sie ruhig bei jedem nach, woher ihr Kind die betreffende Person kennt.

An dieser Stelle möchte ich auch auf ein Interview zum Thema Datenschutz in Sozialen Netzwerken verweisen.

Zu den Einstellungen der Privatsphäre kommen Sie in Facebook oben rechts wenn Sie auf das kleine Dreieck drücken. Facebook erklärt eigentlich recht gut, welche Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre es gibt. Wichtig ist aber: Diejenigen, die Ihre Statusmeldungen lesen können, können diese auch an Ihre Kontakte weitergeben. Machen Sie also Ihre Kinder unbedingt darauf aufmerksam, wie eine unbedachte Aussage sich im Netz verbreiten kann.

Des Weiteren bietet Facebook die Möglichkeit mit anderen Benutzern zu Chatten, sprich eine Unterhaltung in Echtzeit zu führen. Klingt harmlos im ersten Moment, allerdings muss man wissen, dass die Chatnachrichten von Facebook Mitarbeitern zuweilen gelesen werden. Das passiert ganz automatisch, wenn bestimmte Wörter in den Chat geschrieben werden. Gut zu wissen, oder?

Was sind Freundschaftsanfragen?

Ich habe hier schon öfter über Freunde und Kontakte geredet und vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, wie man die Verbindung zu diesen Personen in einem Sozialen Netzwerk herstellt. Im Grunde ist das ganz einfach, man gibt einfach den Namen der betreffenden Person ein und Facebook durchsucht seine Nutzerliste dann nach passenden Treffern.

Man kann aber auch sein E-Mail Programm mit Facebook verbinden und dann wird das Netzwerk nach Ihren E-Mail Kontakten durchsucht.

Personen die Sie kennen, können Sie dann eine sogenannte Freundschaftsanfrage stellen. Das bedeutet, Ihr Bekannter bekommt eine Meldung, dass Sie mit Ihm „befreundet“ sein möchten. Bestätigt Ihr Bekannter die Meldung, ist die Verbindung hergestellt.

Es geht dann aber noch einen Schritt weiter. Sobald Sie die ersten Verbindungen hergestellt haben, werden Ihnen von Facebook weitere Personen vorgeschlagen, die Sie vielleicht kennen könnten, weil Sie die gleichen Freunde haben, oder auf dieselbe Schule gegangen sind etc. Klingt doch eigentlich ganz praktisch, oder?

An dieser Stelle möchte ich Ihnen Fernando vorstellen. Fernando ist Teil eines sozialen Experiments, das ich vor einiger Zeit gestartet habe. Fernando ist auf Facebook aktiv und hat derzeit etwa 550 Freunde. Der Haken an der Sache: Fernando gibt es nicht. Ich wollte nur sehen, wie einfach es ist mit einer fiktiven Person in einem Sozialen Netzwerk Freunde zu finden. Von dem Ergebnis war ich weniger überrascht als erschreckt. Als ich anfing einfach ins Blaue hinein Freundschaftsanfragen zu schicken wurde ein Teil ignoriert, ein großer Teil nahm meine Anfragen einfach an und nur ein Einziger fragte nach, woher wir uns kennen! Von etwa 700 Anfragen!


Sie sind schockiert? Lesen sie weiter. Ich habe mir mit meinem Profil nicht einmal Mühe gegeben. Keine Angaben zum Wohnort, kein Bild, also eigentlich ganz offensichtlich, dass es sich um eine fiktive Person handelt. Den meisten Benutzern scheint das egal zu sein. Allerdings habe ich ein fiktives Geburtsdatum angegeben und an Fernandos Geburtstag wurde er überflutet mit Glückwünschen. Eine Person schrieb ihm sogar ein eigenes Gedicht! Wahnsinn, oder?

Vorsicht bei Umfragen und Spielen

Facebook will einfach alles über Sie oder Ihre Kinder wissen. Warum? Weil man Ihnen dann ganz gezielt Werbung anzeigen kann. Mit jedem Klick werden Sie für das Soziale Netzwerk ein Stück „gläserner“. Dass man mit persönlichen Informationen Geld verdienen kann haben auch schon andere mitbekommen und versuchen diese Infos mit Hilfe von scheinbar harmlosen kleinen Programmen, Spielen oder Umfragen abzugreifen.

Die Programme fragen dann ganz höflich bei Ihnen nach, ob sie Zugriff auf Ihr Profil bekommen dürfen und in manchen Fällen sogar, ob sie in Ihrem Namen etwas in Facebook schreiben dürfen. „Hallo? Geht’s noch?“ werden Sie vielleicht jetzt sagen, ich erlaube doch keinem Programm in meinem Namen bei meinen Freunden für sich selbst Werbung zu machen. Aber es passiert. Jeden Tag. Millionenfach. Habe ich erwähnt, dass manche dieser Programme dazu verwendet werden um Viren zu verbreiten?

An dieser Stelle möchte ich zwei dieser „Spionageprogramme“ vorstellen. Das erste Beispiel trägt den Namen „Wer hat mein Profil angeschaut“. Dieses kleine Programm verspricht, dass man angezeigt bekommt wer sich Ihr Profil angeschaut hat. Der Knackpunkt dabei: das ist technisch gar nicht möglich. Das Programm dient nur dazu an Ihre Daten und an Ihre Freundesliste zu kommen. Außerdem schreibt das Programm dann in Ihrem Namen Dinge wie: „Ist ja der Hammer wer alles auf meinem Profil war. Finde es auch heraus mit diesem tollem Programm…“

Das zweite Beispiel ist der Geburtstagskalender. Dieses Programm verspricht die Geburtstage Ihrer Freunde in einem Kalender zu organisieren. Das Problem dabei: Das funktioniert in Facebook ganz automatisch, ohne dass man ein weiteres Programm dafür benötigen würde. Hier geht’s nur um Datenklau.

Zum Thema Spiele in Sozialen Netzwerken habe ich hier einen extra Artikel geschrieben.

Fotos Hochladen

Neben der Möglichkeit einen kurzen Statustext zu schreiben, bieten Soziale Netzwerke auch an, Fotos hochzuladen. Entweder von der Festplatte oder auch einfach von der Handykamera. Hier gilt natürlich das gleiche was die Privatsphäre betrifft. Die Fotos können von jedem der sie sehen kann weiter verteilt werden. Seien Sie hier also vorsichtig und machen Sie unbedingt Ihre Kinder auch auf die Gefahren aufmerksam. Das Internet vergisst nichts. Auch wenn Sie ein Foto wieder aus dem Netz nehmen, hat es sich in der Regel schon vervielfältigt und es ist nahezu unmöglich das Foto wieder aus dem Internet zu bekommen.

Denken Sie vor allem daran, wenn Sie unter Umständen peinliche Fotos Ihrer Kinder veröffentlichen. Was Sie im Moment noch ganz lustig finden, kann für Ihre Kinder in ein paar Jahren sehr unangenehm werden. Auch mag die Verlockung groß sein Bilder von Neugeborenen seinen Freunden im Netz zu zeigen, aber bitte hören Sie auf mich und lassen Sie es.

Fake Meldungen

Immer wieder tauchen in Facebook Bilder von kranken Kindern aus dritte Welt Ländern auf mit dem Untertitel:“Facebook zahlt für jeden Klick einen Cent für die OP“ auf. Solche Dinge sind in der Regel Falschmeldungen, die Kinder sind seit Jahren operiert und Facebook zahlt natürlich nichts. Diese Fotos werden von Menschen ins Netz gestellt um in kurzer Zeit möglichst viele Klicks zu erhalten, warum auch immer.

Informationen und Warnungen zu aktuellen Facebook Falschmeldungen erhalten Sie unter http://www.mimikama.at/

Facebook Parties

Vielleicht erinnern Sie sich daran, dass vor einiger Zeit in den Nachrichten darüber berichtet wurde, wie ein junges Mädchen über Facebook ein paar Freunde zu ihrem Geburtstag einladen wollte, aufgrund eines Fehlers beim Erstellen der Einladung dann aber mehrere tausend Leute zur Party kamen die nebenbei auch die ganze Nachbarschaft verwüsteten.

Geändert hat sich seitdem recht wenig, eigentlich nur, dass der Ersteller der Party nun für die Polizeieinsatz und die Aufräumkosten gerade stehen muss.

Lassen Sie die Finger davon, normale altmodische Einladungskarten sind ohnehin viel schöner.

 

Ich hoffe, ich habe Sie jetzt nicht zu sehr verschreckt, Facebook & co sind mitunter die meistbesuchtesten Seiten im Netz und haben somit durchaus ihre Daseinsberechtigung. Es ist wie im Straßenverkehr auf einer viel befahrenen Straße: Wenn man aufpasst kommt man ohne Probleme an sein Ziel.

 

  1. Nikolija
    16. Oktober 2012, 14:48 | #1

    Man sollte schlicht vorsichtig sein und nie vergessen, dass selbst wenn man alle Privatsphäreeinstellungen hoch geschraubt hat, Facebook am Ende dennoch alles weiß.

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